Bekenntnisse eines ungeouteten Schwulen
Freitag, 18. Januar 2013
Homosexualität als Horrorfilm

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Sonntag, 13. Januar 2013
Selten liest man einen so ausgewogenen und fundierten populärwissenschaftlichen Artikel zu angeblich typischen Verhaltensweisen von Schwulen und Lesben, all den Klischees und der schlicht und einfach kaum geklärten Ursache von Homosexualität. Sehr schön, dass ich das durch Zufall bei einer Google-Suche gefunden habe. (Ich gebe zu: ich suchte aus selbstsüchtigen Interesse, ob mein "gaydar" Artikel bei Google in den Suchergebnissen erscheint. Und ja, das tut er - sogar knapp über dem gefundenen Artikel...)

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"Maybe Jake's closet door is stuck, and he's just waiting for someone to toss him some WD-40."
Autor und Philosph John Corvino, den ich erst neulich über Gay West kennengelernt habe, über das Phänomen des späten Coming-Outs. Schön zu lesen, besonders für mich. Man fühlt sich verstanden. Corvino beschreibt darin sogar den Fall eines "fortysomethings", der nicht mehr bereit ist, den emotionalen Stress und den Spießrutenlauf, den besonders ein spätes Coming-Out darstellen würde, auf sich zu nehmen. Ich muss zugeben, dass ich manchmal auch mit dem Gedanken spiele, einfach ungeoutet und jungfräulich zu bleiben. Es gibt wahrlich Schlimmeres, als dass man als alte Jungfer stirbt. Aber gut, eigentlich ist das keine Option für mich, außerdem bin ich Ende Zwanzig, da ist das alles noch nicht ganz so schlimm. Für dieses Jahr habe ich mir eigentlich auch vorgenommen, mal etwas auf diesem Gebiet zu bewegen. (War das aber nicht auch schon ein Neujahrsvorsatz für letztes Jahr?)

Der für mich wichtigste Satz aus Corvinos Artikel ist ja: "The first [lesson] is that even if someone's coming out is no big deal to you, it does not follow that it's no big deal to them." Mehr Wahrheit geht ja eigentlich nicht. Ich bin z.B. nicht total verblendet und denke, meine Freunde hätten sich niemals untereinander gefragt oder vermutet, ob oder dass ich schwul bin. Oder vielleicht gehen sie gar einfach davon aus. Nützt mir aber irgendwie gar nichts. Im Gegenteil, es macht alles schlimmer. Umso länger man wartet, umso peinlicher wird es einem, dass man länger wartet, obwohl es ja "no big deal" ist - denn es wissen ja eh alle (vielleicht). Das ist eine Art Peinlichkeitsspirale. Da wünscht man sich manchmal schon, dass jemand einem das WD-40 reicht, um die festgeklemmte "closet door" aufzukriegen. Und gleichzeitig sieht man ein, dass man dies von niemandem verlangen kann, es ist schließlich ein sensibles Thema: Und woher soll ein Freund, der vermutet, dass man schwul ist, wissen, ob man auch bereit ist, darüber zu sprechen ...?

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Freitag, 4. Januar 2013
Der Teufel und Analverkehr: bächtig Möse!

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Sonntag, 16. Dezember 2012
Lerne von den Komikern
Stephen Colbert ist ein großer Verfechter der Gleichberechtigung. Ein Zusammenschnitt seiner Berichterstattungen über die rechtliche Entwicklung der Homoehe (derer sich bald ja das oberste Gericht der USA - der Supreme Court - annehmen wird) ist herrlich komisch und tragisch zugleich. Besonders schön finde ich dabei immer den messerscharfen Blick auf die homophoben Strategien der Klischeesierung und Dehumanisierung durch Animalisierung. Siehe: "What happened to traditional gay values? You know: Hot sweaty rockhard men slapping against each other in a dark room to a pulsing beat; NO names!" Colbert und sein Kollege Jon Stewart haben schon lange verstanden, dass dies die gefährlichsten Waffen aller Homofeinde sind.

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Mittwoch, 28. November 2012
Was du alles nicht haben kannst...
Ich habe mich in einen meiner Arbeitskollegen verguckt. Ständig glotz ich ihn auf den Arsch oder auf's Shirt, hinter dem sich ein kleines putzig-strammes Bäuchlein verbirgt, oder ins Gesicht mit dem dunklen Dreitagebart. Ich würde ihm gern mit meiner Hand über den Bart fahren, seine Lippen berühren, seine Hose öffnen... (Ein Tipp an die Unentschlossenen: Wenn man solche "Überfall"-Fantasien kaum mit Frauen hat, könnte es durchaus sein, dass man auf jene nicht steht.) Da denkt man sich auch: Schönen Dank, inneres Verlangen! Nun sitzt man mit solchen Fantasien auf Arbeit und weiß stets, dass es nur solche bleiben werden. Der Kollege ist hetero und hat eine Freundin. Und somit ist er eben wie ein Großteil der Männer, denen man als Schwuler wohl begegnet: tabu. Ich gehe trotz meinem bescheidenen Erfahrungsschatz einfach mal davon aus, dass man sich als Homo viel öfter hoffnungslos verliebt, ja verlieben muss. Es gibt eben keinen Weg in das Herz und die Unterschwäsche eines Heterosexuellen. Und das kann man denen ja auch nicht vorwerfen, sie sind halt, wie sie sind - wir sind ja auch, wie wir sind...

Klar, es gibt da diese urschwule Fantasie von der Verführung des Heteros. Aber die existiert doch nur im Kopf - oder als Aufhänger vieler schwuler Pornoszenen. (Mir scheint, dass dies eine mediale Aufarbeitung dieser oben beschriebenen unglücklichen Konstellation ist: Porno als Wunschmaschine.) Die Realität ist doch eine andere, gell? "Ein bisschen bi schadet nie" reimt sich einfach nur gut, mehr aber auch nicht.

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Letzte Aktualisierung: 13. Juli, 02:03
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