Bekenntnisse eines ungeouteten Schwulen
Samstag, 26. April 2014
Selbstaufgabe in der Beziehung
Ich werde es nie verstehen, wie sich Menschen in einer Beziehung selbst aufgeben können. Sicher, man kann mir vorwerfen, dass ich noch nie eine Beziehung hatte und es folglich auch nicht verstehen würde. Aber ich will das auch gar nicht verstehen. Wenn ich plötzlich aufhöre, mich mit meinen Kumpels zu treffen, weil ich einen Partner habe, oder nur zwei Stunden in der Kneipe mit ihnen sitze und dann 22:00 Uhr überstürzt aufbreche, das kann doch nicht normal sein? Diese Art der Unterwerfung... da muss man doch dran leiden, oder? Sowas geht ja auch meist kaum vom Partner aus, sondern wird sich dann selbst auferlegt, weil man meint, irgendwie seinen Liebsten glücklich machen zu müssen.

Dann doch lieber bis zum Tod solo bleiben, da ist man, glaube ich, mehr und näher bei sich ...

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Freitag, 21. Februar 2014
"Steck dir eine mit schwulem Ohrschmalz geschmierte Ficksäge in den Arsch, ist mir doch scheißegal."

Ein erfrischendes Plädoyer dafür, dass es keine Rolle spiele sollte, woher die Homosexualität kommt. Das ist die Lockerheit, die mir fehlt...

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Sonntag, 19. Januar 2014
"Man kann mächtig unglücklich werden im Mühen, alles um sich herum zu steuern. Es ist doch aber wie in der Liebe, da kann ich auch nicht mit festem Vorsatz auf die Straße gehen: Heute muss es passieren!"

Andreas Dresen

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Sonntag, 10. November 2013
Freundschaftliche Verwirrungen
Ich darf mich nicht so abhängig von Menschen machen, darf nicht zu viel in Freunden sehen...

Auf Arbeit haben ich einen Typen kennengelernt, der innerhalb kurzer Zeit zu einem echt guten Kumpel wurde. Etwas, das mir nur alle Jubeljahre passiert, wenn überhaupt. Es ist jemand, dem ich alles erzählen kann. Also jemand, der mittlerweile eigentlich alles über meine recht beschränkte und objektiv und sexuell betrachtet armseelige Existenz weiß. Und umgekehrt ist es auch so. Er vertraut mir viel über sein Leben, seine schwierige Vergangenheit an. Besonders über sein Sexleben, welches ihm offenbar äußerst wichtig ist - um die Wahrheit, dass es ihm eigentlich all seine Entscheidungen diktiert, etwas schöner zu formulieren. Er weiß natürlich, dass ich kein solches habe und auch niemals hatte. Es ist schön, jemanden zu haben, der einem so frei von der Leber von seinem Fickabenteuern erzählt und vollkommen ernsthaft und interessiert zuhört, wenn man mal von seinen eigenen sexuellen Träumen und Fantasien berichtet. Ehrlich gesagt, habe ich diese Möglichkeit des Sich-Öffnen noch nie erlebt. Es kommt also einer kleinen sexuellen Befreiung gleich. Natürlich nur mental. Ich mache Babyschritte, so habe ich es immer gehandhabt bei all den Dingen, die man so als Erwachsener machen sollte: Arbeiten, Geld verdienen, wohnen, sich selbst erfüllen, bumsen.

Das ist schon irgendwie schön mit diesem Freund. Doch gleichzeitig merke ich, dass wir uns zu sehr aneinander binden - oder ich nur zu sehr an ihn? Letztens war ich sauer, weil er einen Abend mal lieber mit seiner Quasi-Freundin (ergo Fickgefährtin) verbrachte als mit mir. Ich fand diese Wut auf ihn total irrational, deswegen war ich dann auf mich selber sauer - und schon war der Abend vollends im Eimer. Natürlich spielen hier romantische Gefühle eine Rolle, die sich ab und zu insgeheim in mir regen. Oder sagen wir so: Ich als Schwuler, der bisher weder eine Beziehung noch Sex hatte, habe einfach Unterscheidungsprobleme zwischen freundschaftlicher und romantischer Attraktion bei einem Mann, der einem aus heiterem Himmel begegnet und so schnell so sympathisch geworden ist. Und auf seine eigene verquere Weise strahlt er auch schon eine gewisse Sexiness aus. Dass er irgendwie keine Probleme hat, ständig junge Frauen ins Bett zu bekommen, und mir detailreich erzählt, wie er sie befriedigt, macht die Sache jetzt auch nicht unverwirrender. Dass ich auch ab und zu mal eine sexuelle Fantasie mit ihm habe, habe ich ihm noch nicht gebeichtet. Ich denke aber, dass ihn das wohl auch nicht verwundern würde.

Es ist jedenfalls so, dass einige Aspekte unserer Beziehung mittlerweile partnerschaftlichen Charakter tragen - und ich mich nach noch mehr davon sehne. Und davon sollte ich wohl besser Abstand nehmen. Aber genauso binde ich mich an Menschen. Und wundere mich, wenn sie mir am Ende gar nicht das geben können, was ich will ... aber vielleicht können wir es ja auf dem derzeitigen oder einem etwas abgeschwächten Level halten?

Denn es erfüllt mich mit Glück. Und das will ich auch mal haben.

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Dienstag, 22. Oktober 2013
Ich bin nun schon beinahe 30 Jahre auf der Welt. Na klar, ich habe mich nie auf den Markt geworfen. Aber trotzdem find ich's merkwürdig, dass niemals, kein einziges Mal irgendein Mensch an mir ein Interesse gehabt hatte. Also ein sexuelles oder romantisches. Ich weiß nicht, wie es ist, begehrt zu werden. Das ist schon so eine Art mentaler Kastration ... :P

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Sonntag, 6. Oktober 2013
Strategien des Überlebens
Mein Leben wäre für andere, die wissen, wie es ist, einen Partner und/oder Sex zu haben (ist ja nicht dasselbe), sicher eine Qual. Oder ein Grund, sich die Kugel zu geben. Die erste Strategie meines Überlebens steckt im schönen Sprichtwort: "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!" Keine Ahnung, wie es ist, von Arbeit zu kommen und zuhause seinem Partner zu begegnen und ihn zu küssen - und abends noch eine Nummer zu schieben. Niemals erlebt.

Natürlich kann ich mich meinen Vorstellungen diesbezüglich nicht entziehen. Auch wenn ich es nicht erlebt habe, so stelle ich mir doch vor, dass eine Beziehung etwas Schönes ist. Das wiederum schmerzt und lässt die erste Strategie recht schnell ineffektiv werden. Aber an Selbstmord habe ich niemals gedacht. Und würde ich daran denken, hätte ich wohl nicht die Eier in der Hose, das durchzuziehen. Das also ist die zweite Strategie meines Überlebens: Ich bin ein Schisshase.

Die dritte ist ein Mantra, welches ich mir ab und zu sehr ernsthaft ins eigene Gewissen flüstere: "Würdest du morgen sterben, du hättest trotzdem ein schönes und erfülltes Leben gehabt." Aber stimmt das? Tja, das Wunderbare daran ist: Dies ist eben eine Sache der Einstellung. Und die ist bekanntlich durchaus änderbar. Und genau das bewirke ich mit dem Mantra. Ich will eine positivere Einstellung zum Leben gewinnen und allen Ereignissen, gerade auch den kleinen und unscheinbaren, etwas Erfüllendes abgewinnen. Wir sollten sowieso aufhören, uns allein über unsere sexuellen Erlebnisse und unsere Partner zu definieren. Bei dieser Rechnung wäre ich ja am Ende: ein Nichts. Aber das bin ich nicht. Ich bin nicht Nichts. Ich finde es ja ehrlich gesagt auch total traurig, wenn Personen sich in Beziehungen vollkommen selbst aufgeben. Alles schon gesehen...

Und das sind sie auch schon, meine Strategien des Überlebens.

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Dienstag, 27. November 2012
Was du alles nicht haben kannst...
Ich habe mich in einen meiner Arbeitskollegen verguckt. Ständig glotz ich ihn auf den Arsch oder auf's Shirt, hinter dem sich ein kleines putzig-strammes Bäuchlein verbirgt, oder ins Gesicht mit dem dunklen Dreitagebart. Ich würde ihm gern mit meiner Hand über den Bart fahren, seine Lippen berühren, seine Hose öffnen... (Ein Tipp an die Unentschlossenen: Wenn man solche "Überfall"-Fantasien kaum mit Frauen hat, könnte es durchaus sein, dass man auf jene nicht steht.) Da denkt man sich auch: Schönen Dank, inneres Verlangen! Nun sitzt man mit solchen Fantasien auf Arbeit und weiß stets, dass es nur solche bleiben werden. Der Kollege ist hetero und hat eine Freundin. Und somit ist er eben wie ein Großteil der Männer, denen man als Schwuler wohl begegnet: tabu. Ich gehe trotz meinem bescheidenen Erfahrungsschatz einfach mal davon aus, dass man sich als Homo viel öfter hoffnungslos verliebt, ja verlieben muss. Es gibt eben keinen Weg in das Herz und die Unterschwäsche eines Heterosexuellen. Und das kann man denen ja auch nicht vorwerfen, sie sind halt, wie sie sind - wir sind ja auch, wie wir sind...

Klar, es gibt da diese urschwule Fantasie von der Verführung des Heteros. Aber die existiert doch nur im Kopf - oder als Aufhänger vieler schwuler Pornoszenen. (Mir scheint, dass dies eine mediale Aufarbeitung dieser oben beschriebenen unglücklichen Konstellation ist: Porno als Wunschmaschine.) Die Realität ist doch eine andere, gell? "Ein bisschen bi schadet nie" reimt sich einfach nur gut, mehr aber auch nicht.

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Freitag, 9. November 2012
Analer Orgasmus
Den kriege ich einfach nicht alleine hin. An alle, die nicht wissen, worum es geht: Durch Stimulation der Prostata kann der Mann einen Orgasmus ganz ohne Berührung des Penis bewirken. Die Prostata ist also sowas wie der männlich G-Punkt. Ich muss aber leider immer abbrechen, da die die Wonne-Wallungen zu intensiv sind und ich vor Geilheit fast unmächtig werde. Nicht dass das nicht auch schon ziemlich schön wäre... Mit Partner ginge da aber sicher noch mehr. Der kann auch weiterstoßen, wenn man sich kaum mehr regen kann, weil die merkwürdigsten Gefühle von der Lendengegend in den ganzen Körper ausstrahlen. Mit dem Erleben, die bei der ganz normalen Herbeiführung des männlichen Orgasmus entstehen, ist das übrigens nicht vergleichbar. Es ist mit nichts vergleichbar.

Falls jetzt jemand denkt: "Iiih, diese ekelhaften Schwulen mit ihren ekelerregenden Sexzeugs" - dem sei versichert, dass Analverkehr schon immer und noch immer in die Domäne hetereosexueller Praktiken fällt. In absoluten Zahlen haben sicher mehr heterosexuelle Pärchen Analsex als homosexuelle. Natürlich ist hier zumeist die Frau diejenige, die ihr Popöchen hinhalten muss. Da bin ich aber für eine Männerquote, besonders, da sie diejenigen sind mit dem "P-Punkt" und sich nicht wegen althergebrachter sexueller Rollen eines ziemlich wunderbaren Gefühls berauben sollten. Also, Männer, kauft eurer Freundin einen Strap-On und los geht's! Und ich - ich sollte mir mal einen Freund suchen...

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Mittwoch, 9. Mai 2012
Tabu
Gibt es ein größeres Tabu als mit Ende 30 noch Jungfrau zu sein? Bestimmt. Aber allerhöchstens eins. Oder vielleicht zwei. Verschiedenen Studien zufolge liegt der Anteil an Jungfrauen unter Männern um die 30 bei fast zehn Prozent! ZEHN Prozent!! Da kann man bestimmt noch ein paar Punkte draufrechnen - in einer sexualisierten Welt wie der unseren wird die Verzerrung der Befragungen durch soziale Erwünschtheit enorm sein. Schließlich will niemand - selbst anonym - als Sexnulpe gelten. Das wäre doch beschämend. Beschämend ist natürlich nur die Gesellschaft, in der man genötigt wird, sich für solcherlei "Verfehlungen" zu schämen.

Wo ist eigentlich die Lobby für diese nicht gerade kleine Minderheit? Wo wird das offen thematisiert - oder überhaupt erwähnt? Aber vielleicht gibt es doch kein größeres Tabu...

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