Bekenntnisse eines ungeouteten Schwulen
Dienstag, 1. Juli 2014
"into athletes only"
Es ist faszinierend... es kommt mir so vor, dass nur die Menschen, die dem heutigen Schönheitsideal (schlank und/oder sportlich) entsprechen, die Auswahl betreffs Partnerschaft haben. Sie können sich relativ frei entscheiden, Ansprüche stellen und natürlich wollen sie meist etwas, dass ihrem Äußeren ähnlich ist. Der Rest der Menschen muss sehen, wo er bleibt - vielleicht wird er ja erwählt von einer Schönheit oder er muss sich mit der Mittelmäßigkeit, gar dem ganz schlechten Körpermaterial zufrieden geben. Pech gehabt. Zum Teil habe ich ja sogar Verständnis für die Anspruchshaltung der Schönen. Denn Schönheit ist in den seltensten Fällen einfach nur so da, sie wird meist hart erarbeitet, im Fitnessstudio, durch qualvollen Verzicht oder während des teuren Besuchs allermöglichen Verschönerungsdienstleister. Auch ich - der mal 105 Kilo wog, abgenommen hat, seinen Körper aber immer noch nicht leiden kann - habe kein Verständnis für übermäßiges Fett. Ich mag mich für diese Gedanken nicht, aber ich will einen halbwegs normalgewichtigen Mann als Partner. Fast ist es so, dass man die "Anderen" für seine unglaublich Anstrengung, die es ist, abzunehmen, bestrafen will. "Sie haben nicht das gleiche Maß an Anstrengung und Kraft in ihren Körper investiert wie ich? Verschwindet!" Man weiß ja auch nicht, woher all dieses Ideal kommt... ist es kulturell bedingt - dann würde ich diese Kultur und ihrem Körperwahn hassen. Oder aber gibt es tatsächlich eine biologische Komponente in diesem Verlangen - darf man sich dann moralisch echauffieren?

Wie immer bei diesen Dingen, denke ich viel zu viel darüber nach. Einem echten Körper komme ich damit nicht näher. Steht man sich am Ende vielleicht nur selbst im Weg? ;)

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Dienstag, 15. Oktober 2013
Suchende finden meinen Blog über ...
... "fick.gay und schwul.com":
Dieses .gay-Top-Level-Domain gibt es ja tatsächlich. Iran findet das aber inakzeptabel!

... "ich hab mit einem homosexuellen mitbewohner geschlafen":
Ich nicht. Hatte aber auch noch nie 'nen schwulen Mitbewohner. Ich war allerhöchstens ein ebensolcher. Habe aber mit niemandem geschlafen.

... "gay tiersexgeschichten":
Die mit den zwei Pinguinen fand ich ganz gut!

... "ist tyler oakley schwul":
Nein, der tut nur so.

... "mein mann ist ein ungeouteter schwuler":
Lieber im ihm reden, statt im Internet danach zu suchen.

... "orgasmus bei schwulen":
Ist möglich.

... "orgasmusbilder schwule":
Pornos?

... "schwul trotz freundin":
Frauen sind eben kein Allheilmittel.

... "wie leben ungeoutete aeltere schwule maenner?":
Bestimmt nicht sonderlich glücklich. Kann man sich doch denken, oder?

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Samstag, 5. Oktober 2013
Die normale Welt
Die Gesellschaft ist so offen und tolerant. Überall herrscht Akzeptanz ... Humbug! Die normale Welt weiß nichts über Schwule, sie kennt sie nicht, sie weiß nicht, wie sie mit ihnen umgehen soll und in ihr herrschen noch all die Homo-Klischees wie in einem absolutistischen Staat, der nicht untergehen will.

Ich: heute auf einem Mittelalterfest. Ein Gaukler legt eine tolle Show hin, er hat Charisma, kokettiert frech mit dem Publikum und jongliert mit allerlei Gegenständen. Ein Baby in den Armen seiner Mutter weint. Er stoppt seine Show und mokiert sich augenzwinkernd über das Kind. Die Mutter solle es nicht so verwöhnen - sonst werde es noch zum Bürgermeister von Berlin. Das Publikum lacht sich scheckig. Ich fühle mich extrem unwohl.

Vielleicht nehme ich das ja auch zu ernst, aber mir geht diese Unwissenheit und Intoleranz, die sich auch noch feige hinter Bildern versteckt, zu weit. Als ob es keine Homophobie wäre, wenn man nur durch die Blume sagt, dass man seine Kinder gefälligst nicht zu weichen Schwuchteln erziehen soll. Wie hier zum einen impliziert wird, dass Homosexualität durch irgendeine Erziehungsmethode gefördert oder eben gehemmt werden könnte - es ist einfach nicht förderlich, solche Klischees und Unfakten zu verbreiten. Zum anderen hat der Gaukler durch dieses kleine Verbalscharmützel zu verstehen gegeben, dass man es auch keineswegs wollen kann, sein Kind zu einem Homosexuellen werden zu lassen. Es kam mir so vor, als ob das gesamte Publikum durch sein herzhaftes Lachen diesen Implikationen aus tiefstem Herzen zustimmte.

Hoffentlich irre ich mich und habe einfach keinen Humor...

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Samstag, 11. Mai 2013
Textuelle Kleinode der Homophobie II
Und genau das Gefühl der Besonderheit, was vermittelt wird von Homos, ist es, was vielen Menschen auf den Keks geht.
Wo fängt diese "Vermittlung von Besonderheit" eigentlich an? Für diese Menschen wahrscheinlich schon beim Coming Out...
Weshalb eigentlich soll ein Mann sich im beruflichen Umfeld als homosexuell outen? Ich habe mich auch nicht auf Betriebsfesten vorne hingestellt und gerufen "Hallo Leute, alle mal herhören, ich bin heterosexuell". Und ich kenne auch keinen, der das zum Thema gemacht hätte.
Genau, Heterosexuelle machen ihre Partner niemals zum Thema im Job... Klar sagen Heterosexuelle nicht "Ich bin heterosexuell", aber sie implizieren es mit jeder kleinsten Aussage, die sie über ihren Partner treffen, mit jedem Familienfoto etc. Dabei geht es ja auch gar nicht um Sex, sondern um alles, was eben zu einer Beziehung gehört. Aber da scheint sie wieder durch, die Gleichsetzung von Homoseuxalität mit "nur Sex" ...
Weil, schwule erkennt man daran, das die anders sprechen. Keine ahnung von wem die das gelernt haben, aber 98% der schwulen sprechen schwul. Die verwirbeln die luft beim sprechen im rachen/nase, als ob es nen oberschwulen gibt, den man versucht im gespräch zu kopieren. [...] Ich jedenfalls erkenne schwule an der sprache, und an den unmännlichen bewegungen der hände, zur sprache, die irgendwie nicht passen wollen.
Da ist ja ein richtiger Beobachter und Statistiker am Werk...
ich würde mich gestört fühlen wenn schwule auf meinen penis beim pinkeln schauen.
Aber Heteros dürfen? ;) Ich dachte immer, es ist allgemein anerkanntes Pissoir-Gesetz, die Augen streng auf die Wand vor sich oder sein eigenes lullerndes Teil zu richten, während man pullert. Keine Sorge, dass wissen auch die Schwulen...

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Sonntag, 31. März 2013
Suchende finden meinen Blog über ...
... "gay stories vergewaltigung".

Meine Meinung: Merkwürdiger Wunsch, aber - zugegeben - die Vorstellung, hart rangenommen zu werden, geht uns allen mal durch den Kopf.

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Dienstag, 26. März 2013
Suchende finden meinen Blog über ...
... die Frage "sind alle schwule die auf anal stehen?"

Meine Antwort: Ja, besonders die Pornodarstellerinnen.

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Sonntag, 10. März 2013
Textuelle Kleinode der Homophobie I
Oh Gott, ich treibe mich zu oft in den SPON-Foren rum... was man dort in (ganz grob geschätzt) jedem zweiten Beitrag entdeckt, sind wunderschöne Sätze, vollgepackt mit homofeindlichen Vorurteilen, Denkbarrieren, Irrationalitäten und Ungerechtigkeiten. Es wird Zeit, den schlimmsten, den vordergründig subtilsten, den "eigentlich habe ich nichts gegen Schwule, aber" Wortabfall aus dem Web zu sammeln, vielleicht zu kommentieren, jedenfalls in seiner geballten Dummheit auszustellen.
Wenn Schwule unbedingt rechtlich zum Normalo (mit Ehe und Familie) werden sollten, frage ich mich, ob dann auch der Quatsch mit dem "Christopher Street Day" aufhört.
Weil nur rechtlich Unnormale demostrieren dürfen? Oder wie jetzt?
Meinetwegen sollen Homos heiraten können, aber sie sollten keine Kinder erziehen dürfen. Für Kinder sollten Eltern eigentlich Vorbilder sein. Diese Kinder werden gleich zu Homos erzogen, wenn sie nichts anderes sehen. Auch wenn gesagt wird, das hätte der jeweilige Mensch schon von Geburt an in sich. Glaub ich nicht. Wie denn dann, wenn einige Jahrzehnte in einer Heteroehe glücklich sind und plötzlich müssen sie den letzten Kick auch noch ausprobieren.
Ach ja, das alte Lied: Homosexualität als extravaganter Lebensstil, für den man sich aus selbst- und spaßsüchtigen Gründen entscheidet. Dass jemand nach einigen Jahrzehnten in einer Heteroehe sein Coming Out hat, kann nicht zufällig mit einer intoleranten Gesellschaft zu tun haben, in der man sich einfach nicht traut, seine Identität preiszugeben? Nein, das kann's nicht sein...
Kein gesunder Mensch käme auf die Idee, Menschen für Fäkalienspielchen einen Steuerrabatt zu geben.
Okay, das ist eigentlich nur noch amüsant...

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Mittwoch, 6. Februar 2013
Feminismus vs. Maskulismus und ich irgendwo dazwischen...
Irgendwie - vermittelt durch "Alles Evolution" über "Gay West" - bin ich in das Kampfgebiet zwischen Feminismus und Maskulismus gestoplert. Bis vor kurzem wusste ich gar nicht, dass es letzteres gibt. Wie dem aus sei, Anlass war dieser aus maskulistischer Perspektive geschriebener Artikel auf "Alles Evolution", der sich auf diesen feministischen Artikel auf "Somulus Welt" bezieht. Ich habe beide Texte mit Interesse gelesen, was ihr auch tun solltet. Und ich habe bei Somulu versucht einen Beitrag zu hinterlassen, der allerdings nicht durch die Moderation der Blogautorin kam. Aus diesem Grund hier der Wortlaut meiner Entgegnung, der auch etwas ironisch ist, da ich der Verbissenheit und Humorlosigkeit all dieser Grabenkämpfe nicht wirklich etwas abgewinnen kann:
Die allgemeine Haltung ist, dass ich mich natürlich reuevoll und demütig zu zeigen habe und dass ich einsichtig meine eigenen Verfehlungen kritisch hinterfragen muss. Das ist gewalttätig, weil es unverhältnismäßig ist.

Eine solche Haltung gegenüber Frauen, dass sie sich nur auf die “richtige” Art wehren dürfen und vorher checken sollen, ob ihre Reaktionen verhältnismäßig sind und wenn sie das nicht tun, diese dann mit den Aggressoren im öffentlichen Raum gleichzusezten, ist reaktionär und sexistisch.
Ist dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass es nicht darum geht, ob du dich als Frau richtig verhalten hast, sondern als Mensch? Mit Verlaub: Du und deine Freundinnen haben sich im beschriebenen Fall eben einfach als absolute Arschlöcher geriert. Irgendwelche Menschen unberechtigt und grundlos anzupöbeln, geht halt nicht an. Für Männer nicht, für Frauen nicht. Ist eben das Allerletzte. Das wird man wohl einfach feststellen dürfen. Und nein, mit einer solchen Aussage schmälere ich nicht, dass es natürlich eine lobenswerte Sache ist, einer bedrängten Frau in der U-Bahn zu helfen. Solche Übergriffe sind unangenehm und ebenfalls das Allerletzte. Aber auf Allerletztlichkeiten gibt es eben keine geschlechtliche Lizenz.

Deine beschriebenen Beispiele sind ein Kessel Buntes, in dem du mal tatsächliche, mal anscheinende und mal scheinbare Täter "vor dir hertreibst". Mit ist hier zu wenig Differenzierung: Einen Menschen, der in die gleiche Richtung wie du geht, unter Gewalttäter-Verdacht zu stellen, das irritiert mich schon. Wenn des Nachts Menschen hinter mir herlaufen, habe ich übrigens auch Schiss. Ich verbuche das aber meist unter meine paranoide Schisshaftigkeit, die immer vom Schlimmsten im Menschen ausgeht. Ein mir selbst ein sehr unangenehmer Charakterzug.

Aber was rede ich hier überhaupt, der Beitrag wird eh nicht durchgehen. Als Mann wende ich mich nun wieder meinen förmlichen Pflichten zu: K.O.-Tropfen mischen, frauenfeindliche Gerichtsurteile fällen, schmierig zwei Frauen im Café anmachen usf. Steht alles in unserem Merkheft "1x1 des Mannseins", was uns frühstens bei der Geburt und spätestens Anfang der Pubertät ausgehändigt wird.

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Samstag, 2. Februar 2013
Neulich auf Gayromeo
"Ich mag nicht:
[...]
Boys die eine jogginghose anhaben man aber nothing sieht."

L'art pour l'art ...

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Letzte Aktualisierung: 13. Juli, 00:03
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