Bekenntnisse eines ungeouteten Schwulen
Mittwoch, 6. Februar 2013
Feminismus vs. Maskulismus und ich irgendwo dazwischen...
Irgendwie - vermittelt durch "Alles Evolution" über "Gay West" - bin ich in das Kampfgebiet zwischen Feminismus und Maskulismus gestoplert. Bis vor kurzem wusste ich gar nicht, dass es letzteres gibt. Wie dem aus sei, Anlass war dieser aus maskulistischer Perspektive geschriebener Artikel auf "Alles Evolution", der sich auf diesen feministischen Artikel auf "Somulus Welt" bezieht. Ich habe beide Texte mit Interesse gelesen, was ihr auch tun solltet. Und ich habe bei Somulu versucht einen Beitrag zu hinterlassen, der allerdings nicht durch die Moderation der Blogautorin kam. Aus diesem Grund hier der Wortlaut meiner Entgegnung, der auch etwas ironisch ist, da ich der Verbissenheit und Humorlosigkeit all dieser Grabenkämpfe nicht wirklich etwas abgewinnen kann:
Die allgemeine Haltung ist, dass ich mich natürlich reuevoll und demütig zu zeigen habe und dass ich einsichtig meine eigenen Verfehlungen kritisch hinterfragen muss. Das ist gewalttätig, weil es unverhältnismäßig ist.

Eine solche Haltung gegenüber Frauen, dass sie sich nur auf die “richtige” Art wehren dürfen und vorher checken sollen, ob ihre Reaktionen verhältnismäßig sind und wenn sie das nicht tun, diese dann mit den Aggressoren im öffentlichen Raum gleichzusezten, ist reaktionär und sexistisch.
Ist dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass es nicht darum geht, ob du dich als Frau richtig verhalten hast, sondern als Mensch? Mit Verlaub: Du und deine Freundinnen haben sich im beschriebenen Fall eben einfach als absolute Arschlöcher geriert. Irgendwelche Menschen unberechtigt und grundlos anzupöbeln, geht halt nicht an. Für Männer nicht, für Frauen nicht. Ist eben das Allerletzte. Das wird man wohl einfach feststellen dürfen. Und nein, mit einer solchen Aussage schmälere ich nicht, dass es natürlich eine lobenswerte Sache ist, einer bedrängten Frau in der U-Bahn zu helfen. Solche Übergriffe sind unangenehm und ebenfalls das Allerletzte. Aber auf Allerletztlichkeiten gibt es eben keine geschlechtliche Lizenz.

Deine beschriebenen Beispiele sind ein Kessel Buntes, in dem du mal tatsächliche, mal anscheinende und mal scheinbare Täter "vor dir hertreibst". Mit ist hier zu wenig Differenzierung: Einen Menschen, der in die gleiche Richtung wie du geht, unter Gewalttäter-Verdacht zu stellen, das irritiert mich schon. Wenn des Nachts Menschen hinter mir herlaufen, habe ich übrigens auch Schiss. Ich verbuche das aber meist unter meine paranoide Schisshaftigkeit, die immer vom Schlimmsten im Menschen ausgeht. Ein mir selbst ein sehr unangenehmer Charakterzug.

Aber was rede ich hier überhaupt, der Beitrag wird eh nicht durchgehen. Als Mann wende ich mich nun wieder meinen förmlichen Pflichten zu: K.O.-Tropfen mischen, frauenfeindliche Gerichtsurteile fällen, schmierig zwei Frauen im Café anmachen usf. Steht alles in unserem Merkheft "1x1 des Mannseins", was uns frühstens bei der Geburt und spätestens Anfang der Pubertät ausgehändigt wird.

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