Bekenntnisse eines ungeouteten Schwulen
Dienstag, 1. Juli 2014
"into athletes only"
Es ist faszinierend... es kommt mir so vor, dass nur die Menschen, die dem heutigen Schönheitsideal (schlank und/oder sportlich) entsprechen, die Auswahl betreffs Partnerschaft haben. Sie können sich relativ frei entscheiden, Ansprüche stellen und natürlich wollen sie meist etwas, dass ihrem Äußeren ähnlich ist. Der Rest der Menschen muss sehen, wo er bleibt - vielleicht wird er ja erwählt von einer Schönheit oder er muss sich mit der Mittelmäßigkeit, gar dem ganz schlechten Körpermaterial zufrieden geben. Pech gehabt. Zum Teil habe ich ja sogar Verständnis für die Anspruchshaltung der Schönen. Denn Schönheit ist in den seltensten Fällen einfach nur so da, sie wird meist hart erarbeitet, im Fitnessstudio, durch qualvollen Verzicht oder während des teuren Besuchs allermöglichen Verschönerungsdienstleister. Auch ich - der mal 105 Kilo wog, abgenommen hat, seinen Körper aber immer noch nicht leiden kann - habe kein Verständnis für übermäßiges Fett. Ich mag mich für diese Gedanken nicht, aber ich will einen halbwegs normalgewichtigen Mann als Partner. Fast ist es so, dass man die "Anderen" für seine unglaublich Anstrengung, die es ist, abzunehmen, bestrafen will. "Sie haben nicht das gleiche Maß an Anstrengung und Kraft in ihren Körper investiert wie ich? Verschwindet!" Man weiß ja auch nicht, woher all dieses Ideal kommt... ist es kulturell bedingt - dann würde ich diese Kultur und ihrem Körperwahn hassen. Oder aber gibt es tatsächlich eine biologische Komponente in diesem Verlangen - darf man sich dann moralisch echauffieren?

Wie immer bei diesen Dingen, denke ich viel zu viel darüber nach. Einem echten Körper komme ich damit nicht näher. Steht man sich am Ende vielleicht nur selbst im Weg? ;)

... Link (1 Kommentar)   ... kommentieren


Samstag, 26. April 2014
Selbstaufgabe in der Beziehung
Ich werde es nie verstehen, wie sich Menschen in einer Beziehung selbst aufgeben können. Sicher, man kann mir vorwerfen, dass ich noch nie eine Beziehung hatte und es folglich auch nicht verstehen würde. Aber ich will das auch gar nicht verstehen. Wenn ich plötzlich aufhöre, mich mit meinen Kumpels zu treffen, weil ich einen Partner habe, oder nur zwei Stunden in der Kneipe mit ihnen sitze und dann 22:00 Uhr überstürzt aufbreche, das kann doch nicht normal sein? Diese Art der Unterwerfung... da muss man doch dran leiden, oder? Sowas geht ja auch meist kaum vom Partner aus, sondern wird sich dann selbst auferlegt, weil man meint, irgendwie seinen Liebsten glücklich machen zu müssen.

Dann doch lieber bis zum Tod solo bleiben, da ist man, glaube ich, mehr und näher bei sich ...

... Link (0 Kommentare)   ... kommentieren


Freitag, 21. Februar 2014
"Steck dir eine mit schwulem Ohrschmalz geschmierte Ficksäge in den Arsch, ist mir doch scheißegal."

Ein erfrischendes Plädoyer dafür, dass es keine Rolle spiele sollte, woher die Homosexualität kommt. Das ist die Lockerheit, die mir fehlt...

... Link (0 Kommentare)   ... kommentieren


Sonntag, 19. Januar 2014
"Man kann mächtig unglücklich werden im Mühen, alles um sich herum zu steuern. Es ist doch aber wie in der Liebe, da kann ich auch nicht mit festem Vorsatz auf die Straße gehen: Heute muss es passieren!"

Andreas Dresen

... Link (0 Kommentare)   ... kommentieren


Sonntag, 10. November 2013
Freundschaftliche Verwirrungen
Ich darf mich nicht so abhängig von Menschen machen, darf nicht zu viel in Freunden sehen...

Auf Arbeit haben ich einen Typen kennengelernt, der innerhalb kurzer Zeit zu einem echt guten Kumpel wurde. Etwas, das mir nur alle Jubeljahre passiert, wenn überhaupt. Es ist jemand, dem ich alles erzählen kann. Also jemand, der mittlerweile eigentlich alles über meine recht beschränkte und objektiv und sexuell betrachtet armseelige Existenz weiß. Und umgekehrt ist es auch so. Er vertraut mir viel über sein Leben, seine schwierige Vergangenheit an. Besonders über sein Sexleben, welches ihm offenbar äußerst wichtig ist - um die Wahrheit, dass es ihm eigentlich all seine Entscheidungen diktiert, etwas schöner zu formulieren. Er weiß natürlich, dass ich kein solches habe und auch niemals hatte. Es ist schön, jemanden zu haben, der einem so frei von der Leber von seinem Fickabenteuern erzählt und vollkommen ernsthaft und interessiert zuhört, wenn man mal von seinen eigenen sexuellen Träumen und Fantasien berichtet. Ehrlich gesagt, habe ich diese Möglichkeit des Sich-Öffnen noch nie erlebt. Es kommt also einer kleinen sexuellen Befreiung gleich. Natürlich nur mental. Ich mache Babyschritte, so habe ich es immer gehandhabt bei all den Dingen, die man so als Erwachsener machen sollte: Arbeiten, Geld verdienen, wohnen, sich selbst erfüllen, bumsen.

Das ist schon irgendwie schön mit diesem Freund. Doch gleichzeitig merke ich, dass wir uns zu sehr aneinander binden - oder ich nur zu sehr an ihn? Letztens war ich sauer, weil er einen Abend mal lieber mit seiner Quasi-Freundin (ergo Fickgefährtin) verbrachte als mit mir. Ich fand diese Wut auf ihn total irrational, deswegen war ich dann auf mich selber sauer - und schon war der Abend vollends im Eimer. Natürlich spielen hier romantische Gefühle eine Rolle, die sich ab und zu insgeheim in mir regen. Oder sagen wir so: Ich als Schwuler, der bisher weder eine Beziehung noch Sex hatte, habe einfach Unterscheidungsprobleme zwischen freundschaftlicher und romantischer Attraktion bei einem Mann, der einem aus heiterem Himmel begegnet und so schnell so sympathisch geworden ist. Und auf seine eigene verquere Weise strahlt er auch schon eine gewisse Sexiness aus. Dass er irgendwie keine Probleme hat, ständig junge Frauen ins Bett zu bekommen, und mir detailreich erzählt, wie er sie befriedigt, macht die Sache jetzt auch nicht unverwirrender. Dass ich auch ab und zu mal eine sexuelle Fantasie mit ihm habe, habe ich ihm noch nicht gebeichtet. Ich denke aber, dass ihn das wohl auch nicht verwundern würde.

Es ist jedenfalls so, dass einige Aspekte unserer Beziehung mittlerweile partnerschaftlichen Charakter tragen - und ich mich nach noch mehr davon sehne. Und davon sollte ich wohl besser Abstand nehmen. Aber genauso binde ich mich an Menschen. Und wundere mich, wenn sie mir am Ende gar nicht das geben können, was ich will ... aber vielleicht können wir es ja auf dem derzeitigen oder einem etwas abgeschwächten Level halten?

Denn es erfüllt mich mit Glück. Und das will ich auch mal haben.

... Link (1 Kommentar)   ... kommentieren


Online seit 971 Tagen
Letzte Aktualisierung: 15. Juli, 00:37
Themen
Letzte Kommentare
Lesefutter
Schaukasten
Suche
 
Menü
Kalender
Dezember 2014
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 
 
blogger.de

xml version of this page

made with antville